Tour du Maroc 2010
Ein Teil der Mannschaft wird sich am 24.03. auf den Weg nach Casablanca machen um in Marokko an der internationalen Marokkorundfahrt vom 26.03. bis 04.04. über insgesamt 1.680km teilzunehmen.
Die Berichterstattung wird hier erfolgen.
Wir freuen uns schon auf eifrige Leser und auch über Beiträge im Gästebuch.
Das Team vor dem ersten Rennen im neuen Dress.
1.Etappe, 26. März, Seddat-Marrakesch, 170km
Nachdem der erste Teil unserer Mannschaft mit Tim Rapczynski, Oliver Hack, Martin Gaber und Björn Trautmann bereits am Mittwoch angereist war, ist auch der zweite Teil mit Nico Peglow, Marcel Weber und der sportlichen Leitung um Chris Dörle am späten Donnerstagabend in Casablanca angekommen Dort waren wir wieder, genau wie im letzten Jahr, im Hotel Zenith untergebracht.
Am Freitag wurde dann die 23. Auflage der Tour du Maroc in Seddat gestartet, laut lokalen Medien vor knapp 5000 Zuschauern. Neben unseren sechs Ludwigsburgern haben weitere 21 Teams aus der ganzen Welt das Rennen in Angriff genommen.
Für unsere Jungs hieß es auf der 1. Etappe erstmal sich aus dem Gröbsten raus zuhalten und wenn möglich die ein oder andere Attacke mitzugehen. Dies gelang dem Team auf den 170km von Seddat nach Marrakesch gut, v.a. Marcel Weber und Björn Trautmann waren sehr bemüht, einen Großteil der Attacken mitzugehen...am Ende konnten sich aber trotzdem drei Fahrer ohne einen unserer Jungs davonschleichen und den Sieg unter sich ausmachen. Marcel, Martin, Oliver, Tim, Björn und Nico kamen mit dem Hauptfeld, ca. 2 Minuten hinter der Spitze ins Ziel.
Damit ist die erste von 10 Etappen Geschichte und wir sind in Marrakesch angekommen, wo wir im tollen Ryad Mogador Hotel untergebracht sind. Morgen geht es dann von Marrakesch weiter auf der längsten Etappe der Tour nach Beni Mellal (200km).
Starterfeld:
Castelsarrasin Cyclisme (Frankreich), Katyusha Continental Team (Russland), Team Corratec – RSC Komet Ludwigsburg (Deutschland), MTN Cycling (Südafrika), Nippo (Japan), Tusnad Cycling Team (Rumänien), Loborika (Kroatien), Dukla Bratislava (Slowakei), Marokko A, Marokko B, Marokko C, Marokko U23, Lybien, Syrien, Ruanda, Ägypten, Lassa Cycling Team-Brisaspor (Türkei), Azerbaidjan, Algerien, Team Type 1 (USA), Saudi Arabien, Tunesien
Grüße aus Marrakesch,
euer Team Corratec – RSC Komet Ludwigsburg
2. Etappe, 27. März, Marrakesch-Ben Millal, 200km
Zwar nicht die Königsetappe, aber die längste der diesjährigen Marokko-Rundfahrt stand heute an. Start war in Marrakesch und es ging Richtung Beni Mellal, 200km. Am Anfang der Etappe versuchten unsere Jungs im Wechsel alle Angriffe aus dem Feld mitzugehen und vorne präsent zu sein, allerdings konnte sich wieder eine Gruppe lösen, ohne dass einer in einem Corratec Trikot dabei war. Danach wurde im Feld, in dem alle Führungstrikots vertreten waren, v.a. von MTN und Loborika das Tempo und der Abstand zu den Führenden kontrolliert. Außer einem Defekt von Martin und Oliver passierte dann vorerst nichts mehr bis es bei ca. Kilometer 110 eine kritische Phase gab. Nach einer Abzweigung in einer Ortschaft eröffnete MTN eine Windkante und spaltete das Feld in mehrere Gruppen. Allerdings nur bis zur Bergwertung zehn Kilometer später, danach gab es wieder ein geschlossenes Hauptfeld bis zum Ziel. Dort brach nochmals Hektik aus, als es mehrere Stürze gab und es neben Oliver auch Björn und Nico erwischt hat. Die haben aber wieder schnell Anschluss ans Feld gefunden und keine Verletzungen davongetragen. Unsere Jungs kamen wieder mit dem Hauptfeld ins Ziel und damit ist hier in Marokko noch lange nichts verloren...außer der hellen Hautfarbe unserer Fahrer, denn seit gestern brennt die Sonne gnadenlos auf das Feld nieder und lässt die Fahrer schmoren...tja, in der Sonne haben wir hier knapp 40°C. Morgen wird die 3. Etappe zwischen Beni Mellal und Khénifra ausgetragen, die diesmal mit 130km etwas kürzer ist. Langsam geht es hier los....
Grüße aus Ben Millal,
euer Team Corratec-Komet Ludwigsburg
3. Etappe, 28. März, Ben Millal-Khenifra, 130 km
Endlich wird die Rundfahrt hier in Marokko zu einem richtigen Radrennen...zunächst ging es flach aus Beni Mellal raus, bei knapp 30°C im Schatten. Danach wurden die Straßen immer schlechter und es ging bis zur 1. Bergwertung bei Kilometer 60 (4. Kategorie) ständig leicht bergauf. Ab da setzte sich das kroatische Continental Team Loborika an die Spitze und diktierte das Tempo im Feld und ab da wurde auch das Profil richtig wellig, hoch und runter bis zum Ziel. Unsere Fahrer haben sich soweit wie möglich im vorderen Teil des Feldes platziert und kamen gut im Hauptfeld mit. Die Spitzengruppe, die sich relativ früh gelöst hatte, wurde bei der 2. Bergwertung bei Kilometer 102 wieder eingeholt. Unser Pech kam erst 5 Kilometer vor dem Ziel, als es noch einmal kurz bergauf ging und es mal wieder einen Sturz gab wurden Martin, Oliver und Nico behindert. Während Nico und Oliver 50 Sekunden aufgebrummt bekamen musste auch Martin 16 Sekunden einstecken, was für alle drei mehr als unnötig war. Marcel im Gegenzug hat vorne in den Sprint mit reingehalten und die Ziellinie als 14. überquert, die erste Top 15 Platzierung unseres Teams.Womit wir mehr und mehr wahrmachen, was wir uns nach der 1. Etappe vorgenommen haben, nämlich uns peu a peu nach vorne zu arbeiten.
Am Rande bemerkt sind wir hier in Khenifra am Fuß des Atlasgebirges wieder im gleichen Hotel wie 2009....für alle die schon letztes Jahr zu unseren treuen Lesern gehört haben.
Damit haben wir die ersten 500 der 1500 km hinter uns...zwei Drittel liegen also noch vor unseren Jungs. Das heißt: Weiter Daumendrücken für das Team Corratec – Komet Ludwigsburg !
Grüße aus Khenifra !
4. Etappe, 29. März, Khenifra – Fes, 165 km
Wenn es gestern schon hieß, dass die Rundfahrt jetzt richtig losgeht, dann zählt das heute umso mehr. Bereits nach 26 Kilometern stand die erste von drei Bergwertungen auf dem Programm. Bis zur Wertung wurde im Hauptfeld schon ein sehr hohes Tempo angeschlagen, den Berg ging es genauso schnell hoch und oben wurde noch schneller weitergefahren. Die von uns, die zwar noch gut hochgekommen sind wie Tim, Björn und Martin wurden auf der Windkante auseinandergefahren. Lediglich Marcel konnte sich vorne festbeißen. Ab Kilometer 30 gab es nur noch kleine Grüppchen, während vorne weiter das Team Loborika das Tempo diktiert. Marcel zeigte die ganzen 165 km eine bärenstarke Leistung und ersprintete sich am Ende aus einer 17-köpfigen Spitzengruppe heraus den 6. Rang, was ihn auf Platz 10 gesamt bringt. Die zweite Gruppe folgte mit einem Rückstand von über 8 Minuten, womit die erste Vorentscheidung in der Gesamtwertung gefallen sein dürfte. Martin und Björn folgten mit 24 Minuten Rückstand zwischen Platz 60 und 70. Oliver, Tim und Nico kamen in der nächsten Gruppe mit 31 Minuten Rückstand in Fes an. Das Ziel haben nur noch 110 der einst 130 Starter erreicht...und das, obwohl es erst die erste schwere Etappe war. Die morgige 5. Etappe soll nochmals ein Stück anspruchsvoller sein.
Wir sind in einem schönen 5-Sterne Hotel am Stadtrand von Fes untergebracht. Unsere Fahrer müssen sich jetzt erstmal erholen und stärken um morgen wieder in alter Frische die Pedalen bewegen zu können.
Gesamtdistanz: 665 km
Grüße in die Heimat aus der drittgrößten Stadt Marokkos (1 Mio. Einwohner)
Euer Team Corratec-Komet Ludwigsburg
5. Etappe, 30. März, Fes – Meknes, 120 km
„Heute wird nochmals an der Gesamtwertung gerüttelt“ und „alle, die gestern nichts gerissen haben, greifen heute an !“. Das waren die Sätze, die wir vor dem Start von diversen Teams zu hören bekommen haben und außerdem sollte die Etappe vom Profil her noch schwerer sein als die gestrige. Aber es kommt erstens anders und zweitens als man denkt. Zuerst wurde neutralisiert aus Fes rausgefahren und bereits nach wenigen Kilometern hatte sich eine neunköpfige Spitzengruppe gebildet, die ihren Vorsprung kontinuierlich ausgebaut hat, mit dabei auch ein Fahrer vom Team Loborika. Die Kroaten machten hinten die Tempoarbeit, aber aufgrund ihres Fahrers vorne keine Anstalten die Gruppe wieder einzuholen und behielten so das Gelbe Trikot, auch wenn es nun ein anderer Fahrer trägt. Unsere Jungs haben sich die Etappe über im Hauptfeld zurückgehalten und sind gut über den Berg der 4. Kategorie bei Kilometer 75 gekommen. Was wir nicht wussten war, dass es die letzten drei Kilometer zum Ziel nochmals richtig bergauf ging. Das nutzte Marcel um seine Fähigkeiten am Berg zu zeigen und ersprintete sich den ersten Platz im Feld, also den 10. Etappenrang. Björn, Tim, Martin, Oliver und Nico kamen dahinter ins Ziel. Trotz einen kleinen Vorsprungs wurden Marcel aber keine Sekunden gutgeschrieben, womit sich an der Gesamtwertung nichts ändert. Für unser Team heißt das weiterhin, dass alle dafür kämpfen müssen den TopTen Gesamtrang zu verteidigen, womit wir immerhin vor Mannschaften wie Katyusha stehen.
Morgen steht erstmal ein Transfer von Meknes nach Ouezzane an. Dort wird um 14.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr in Deutschland) die 6. Etappe der 23. Tour du Maroc gestartet, über 135 km. Es soll erneut mindestens hügelig werden, denn es geht durch die Ausläufer des Atlasgebirges. Dazu stehen zwei Bergwertungen der 4. Kategorie auf dem Programm. Also weiter kräftig Daumendrücken für das Team Corratec-Komet Ludwigsburg !
Gesamtdistanz: 790 km
Grüße aus Meknes !
6. Etappe, 31. März, Ouezzane-Tetouan, 135km
Heute mussten unsere Jungs ein wenig früher aus den Federn, denn es stand der zweite Transfer während der Tour du Maroc an. Wir wurden von Meknes in das 150 km entfernte Ouezzane gebracht. Dort wurde die 6. Etappe mit ein klein wenig Verspätung kurz nach 14.00 Uhr gestartet. Für uns hieß das – wie jeden Tag – der obligatorische Gang zur letzten Teambesprechung in ein Cafe zu einem „Cafe noir“. Es standen zwei Bergwertungen der 4. Kategorie auf dem Plan, bei Kilometer 58 und bei 85. Wie auch gestern hat sich wieder früh eine Gruppe vom Hauptfeld gelöst, die auch erneut durchkommen sollte, was nicht unbedingt zu erwarten war. Leider war kein Corratec-Trikot darin vertreten. Unser Augenmerk gilt im Moment aber auch eher den TopTen der Gesamtwertung. Die erste Bergwertung wurde vom Hauptfeld noch geschlossen überquert, bei der zweiten fühlte sich Marcel sehr stark. Deshalb wurde ein Pakt mit dem MTN Cycling Team geschlossen um einen Angriff auf das Gelbe Trikot in Reihen der Kroaten aus Loborika zu wagen. Wir wollten versuchen mit dem kompletten Team in den Berg reinzupreschen um die Kroaten in Schwierigkeiten zu bringen. Tim, Nico und Oli fehlten zu dem Zeitpunkt leider die Kräfte und Martin sowie Björn gaben zwar ihr Bestes, konnten die Kroaten aber nicht unter Druck setzen. Auch das MTN Cycling Team war nicht im Stande, Loborika auseinander zusprengen. Leider wurde Marcel durch die Aktion sogar isoliert, denn Martin, Björn, Nico und Oliver fuhren im Grupetto weiter, während Tim durch die Tempoverschärfung sogar noch weiter zurück fiel und sich alleine durchkämpfen musste. Marcel wurde letzten Endes aber noch 6. im Sprint des Feldes und Etappen 17.. Gesamt rangiert er damit weiter unter den TopTen auf Platz NEUN. Martin, Björn, Nico und Oliver kamen mit dem Grupetto ins Ziel und Tim musste sich alleine durchschlagen, kam aber völlig entkräftet nach 50km Solofahrt ebenfalls locker in der Karenzzeit an. Heute haben wir mal probiert zu agieren anstatt zu reagieren, dass es gegen starke Teams wie Loborika nicht gelungen ist, ist die andere Sache. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Für unsere Jungs stehen noch 4 harte Etappen an. Morgen geht es zunächst durch die Hügel und dann an der Küste entlang nach Norden Richtung Tanger, erneut über 135 km. Es wird nicht leichter, deshalb sind wir stolz, noch mit allen Fahrern hier am Start zu sein und einen Fahrer in den TopTen der Gesamtwertung zu haben ! An die zu Hause, weiter Daumendrücken für unser Team, wir können es gebrauchen.
Grüße aus Tetouan,
Team Corratec-Komet Ludwigsburg
7. Etappe, 1. April, Tetouan-Tanger, 135 km
Leider war die Leistung unserer Jungs am heutigen Donnerstag kein Aprilscherz...dass die Etappe nochmals hart werden würde war klar, dass es so kommt hat keiner erwartet.
16 Kilometer nach Tetouan ging es zur Bergwertung der 4. Kategorie. Bereits hier musste sich die Hälfte der Mannschaft eingestehen, dass schon einige Körner liegen gelassen wurden. Marcel, Martin und Björn konnten sich vorerst in der ersten Gruppe bzw. mit dem Hauptfeld über die Kuppe quälen. Nach einer kurzen Abfahrt und einem Linksknick reihte sich das kroatische Team Loborika auf der Windkante ein und nahm das Feld einmal mehr auseinander. Der Reihe nach verabschiedeten sich Björn, Martin und Marcel aus der Spitzengruppe, wobei Marcel noch in der dritten Gruppe hängen geblieben ist, in der das komplette Katyusha Continental Team das Tempo diktierte, aber gegen die Kroaten ebenfalls kein Land sahen. Martin und Björn fuhren zunächst in einer kleinen Gruppe und wurden dann 10 km vor dem Ziel in Tanger vom abgefallen Teil des Hauptfeldes eingeholt. Marcel kam mit einem Rückstand von 12 Minuten ins Ziel und rangiert nun auf Platz 17 in der Gesamtwertung während der Rest unseres Teams mit 23 Minuten Rückstand auf den Tagessieger im wahrsten Sinne des Wortes an der marokkanischen Nordküste vom Winde verweht wurde. Für unsere junge Truppe heißt das, jetzt den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern sich auf den letzten drei Etappen nochmals aufzuraffen. Heute steht nochmals eine lange Etappe über knapp 160 km von Tanger nach Souk El Al Arbââ auf dem Programm.
Auch hier wird der Wind wieder ein entscheidender Faktor werden.
Wir wünschen uns weiterhin festes Daumen drücken und freuen uns auf viele Gästebucheinträge.
Leider wurden die Letzten gelöscht.
Grüße aus Tanger
Euer Team Corratec – RSC Komet Ludwigsburg
8. Etappe, 2. April, Tanger-Al Ak Sourbaa, 155km
Nach dem schwarzen Tag gestern wurde es heute leider nicht besser für unser Team...es ging zunächst 10 km neutralisiert aus Tanger hinaus Richtung Küste. Danach wurde das Rennen freigegeben. Kaum waren die Fahrer weitere 10 km unterwegs gab es die nächste Hiobsbotschaft. Auf der Windkante fehlte im Wahrsten Sinne plötzlich ein Stück Straße und Martin wurde vom „Schotter verschlungen“. Er stieg zwar gleich wieder auf's Rad und versuchte durch die Fahrzeugkolonne ans Feld ranzufahren, hatte bei dem Tempo, das Lobrika vorne anschlug aber keine Chance. Marcel und Nico konnten wenigstens die dritte Gruppe halten. Oli, Tim und Björn waren eine dahinter, während Martin mit einer kleinen Gruppe darum kämpfte die Karenzzeit zu schaffen bzw. die 4. Gruppe einzuholen. An dieser Konstellation änderte sich bis zum Ziel kaum noch etwas. Das Ergebnis der Etappe nach 155 km war demtentsprechend ernüchternd für unser junges Team Corratec – RSC Komet Ludwigsburg: Marcel und Nico verlieren 20 Min., Björn, Tim, Oli und Martin, der den Anschluss zur Gruppe noch geschafft hatte, sogar sechs Minuten mehr. Die Gesamtwertung können wir damit leider abhaken und müssen uns jetzt wieder darauf konzentrieren, als eines von ganz wenigen Teams alle unsere Fahrer auf die „Champs Elysees“ in Casablanca zu bringen. Dass wir hier Lehrgeld werden zahlen müssen war uns von Anfang an klar, jetzt haben wir bezahlt und können unsere Erfahrungen für die so junge Saison nutzen.
Am Rande: Richtig interessant wurde es erst nach der Etappe. Im beschaulichen Al Ak Sourbaa gab es zunächst ein „herzhaftes“ Essen für unsere Fahrer und Betreuer. Danach gab es einen dreistündigen Transfer, allerdings nicht in den morgigen Startort sondern nach Rabat, was der Stimmung des Pelotons nicht besonders gut getan hat. Schade, dass in solchen Situation nicht an die Rennfahrer gedacht wird.
9. Etappe, 3. April, 1. Halbetappe Kenitra-Khemisset, 80km und 2. Halbetappe Khemisset-Rabat, 80km
Nach zwei schwarzen Tagen für unser Team konnte es heute nur besser werden. Es standen zwei ungeliebte Halbetappen auf dem Programm. Zunächst ging es von der Küste in Kenitra 80km ins Landesinnere und dann fast auf dem gleichen Weg 80 km zurück an die Küste nach Rabat. Die erste Halbetappe ist schnell erzählt: Loborika kontrolliert das Feld, lässt 20 Fahrer weg und wir haben keinen vorne dabei. Schade, denn die Möglichkeit hätte bestanden und man hätte einen kleinen Teil dessen wieder gutmachen können, was auf den vorigen Etappen liegen gelassen wurde. Abgehakt.
Auch die 2. Halbetappe ist schnell erzählt. Bei starkem Gegenwind kontrollieren die Kroaten erneut das Feld und lassen nur eine Gruppe gehen. Diesmal mit einem lachenden Auge für unser Team, denn Martin ist mit vorne dabei. Allerdings wird aus dem lachenden dann ein weinendes Auge, auf der Windkante lässt einer vor ihm reißen und die Rennfahrer werden vom Feld geschluckt. Ungefähr 20 km später ist aber auch für den Rest der Gruppe der Spaß vorbei, denn die Kroaten, in Zusammenarbeit mit den Sprinterteams, stellen die Spitzengruppe und es kommt in Rabat zum Massensprint...damit haben wir jetzt 90% der Rundfahrt hinter uns und es steht nur noch die „Tour d'Honeur“ nach Casablanca über 120 km an. Allerdings wird dafür in Casablanca, ähnlich wie beim Abschluss der großen Schleife durch Frankreich, die Hölle los sein, sowohl sportlich als auch von der Atmosphäre. Wir sind froh berichten zu können, dass noch alle Fahrer aus unserer jungen Equipe am Start stehen und sich hier optimal auf die Saison vorbereitet haben. Das ganze Team gratuliert heute übrigens seinem Fahrer Tim Rapczynski zum Geburtstag und wünscht allen ein frohes Osterfest. Wir melden uns aus Casablanca.
10. Etappe, 4. April, Rabat-Casablanca, 120km
Wir haben es geschafft ! Alle Fahrer unseres Teams haben die „Champs-Elysees“ von Casablanca erreicht. Über 1500 km quer durch Marokko liegen hinter unseren sechs Jungs, die sich mit Wind, Hitze, Bergen und einigen weiteren Strapazen rumschlagen mussten. Heute standen die letzten 120 dieser über 1500 km an. Die traditionelle Schlussetappe von Rabat nach Casablanca, traditionell auch eine Tour d'Honeur, bei der keine Angriffe mehr auf die Gesamtwertung gestartet werden und das Hauptfeld geschlossen bis Casablanca fährt. Nun gut, dieses Jahr war es etwas anders. Knapp nach der Hälfte der Etappe begannen die Attacken aus dem überraschend hektisch fahrendem Hauptfeld und so wurde plötzlich aus der Tour d'Honeur eine Windstaffelfahrt in Richtung Casablanca. Vor den Toren der Metropole zerriss das Feld plötzlich und überraschte unsere Fahrer. Während lediglich Tim in der 2. Gruppe war, mussten sich Marcel und Nico mit der 3. Gruppe und Martin, Oli und Björn sogar mit der 4. Gruppe begnügen. Bei den Schlussrunden in Casablanca wurde die Zeit bei der 1. Zieldurchfahrt genommen und hochgerechnet, sodass nur noch der Etappensieger ausgefahren werden musste. Dort war der Slowene Aldo Ilesic (Team Type 1) bärenstark und gewann den Sprint souverän. Die Gesamtwertung holte sich der Slowene Dean Podgornik vom Team Loborika. Grün ging an seinen Landsmann Aldo Ilesic, der in US-amerikanischen Diensten steht, und das Bergtrikot an Ian McLeod, den Gesamtführenden der UCI Africa Tour, vom Team MTN Energade. Bestes Team waren die US-Amerikaner vom Team Type 1.
Besonders toll aber präsentierte sich an seinem Geburtstag Tim, der sich in der 2. Gruppe festbiss und teilweise mit dafür sorgte, dass der Abstand nach vorne geringer wurde.
Wir haben unser gestecktes Ziel, alle 6 Fahrer nach Casablanca zu bringen, erfolgreich umgesetzt und dafür überraschend viel Lob von allen Seiten für unser junges Team erhalten. In der Gesamtwertung konnten wir den Top10 Platz, den Marcel lange inne hatte, leider nicht verteidigen, was mit Sicherheit ein Wehrmutstropfen aus sportlicher Sicht war.
In der Gesamtwertung belegte Marcel am Ende Platz 43, Nico folgt auf 76 vor Martin auf 79, Björn als 80., Oli auf 83 und Tim auf 84. In der Mannschaftswertung haben wir Platz 18 belegt.
Für uns war die Rundfahrt eine optimale Vorbereitung auf die anstehende Saison, die für die meisten bereits am kommenden Wochenende in Deutschland weitergeht. Das gesamte Team Corratec – Ludwigsburg verabschiedet sich damit aus Marokko und bedankt sich für das Lesen der Bericht. Wir hoffen, dass wir einen kleinen Einblick hinter die Kulissen gewähren konnten und, dass es ein wenig Spaß gemacht hat uns durch Afrika zu „begleiten“ !
Bis bald in Europa !
Im Ziel nach 170 km in Marrakesch





